Hildegard hat der Nachwelt ein umfangreiches Schaffenswerk hinterlassen:
- Buch: »Scivias« (»Wisse die Wege«), entstanden im Zeitraum von 1141 bis 1151; dieses Buch erschließt de Sinn des alten und neuen Testaments sowie das Entstehen und Wachstum der Kirche.
- Buch: »Physica« (Buch der »Naturkunde«) und »Causae et Curae« (Buch der Ursachen und der Behandlung von Krankheiten«), entstanden in der Zeit von 1151 bis 1158.
- Buch: »Vitae meritorum« (Buch der »Lebensvergeltung« bzw. der Mensch in der Verantwortung), entstanden in den Jahren 1158 bis 1163; Hildegard beschreibt hierin ein Wechselgespräch, welches die Tugenden mit den Lastern führen.
- Buch: »Divina Opera« (Buch der »Gotteswerke«), entstanden von 1163 bis 1173; dieses Buch stellt den Entwurf einer eigenen Kosmologie dar (der Kosmos in Bezug zu Gott).
Neben diesen vier Hauptwerken hat Hildegard einen regen Briefwechsel mit sämtlichen Päpsten ihrer Zeit sowie zu fast allen europäischen Kaisern und Königen hinterlassen. Darüber hinaus sind Kompositionen von über 70 Chorälen und ein Singspiel (»Ordo virtutum«) überliefert. In letzterem außergewöhnlichen Mysterienspiel erweckt Hildegard die allegorischen Figuren ihres visionären Buches »Scivias« zum Leben. Außerdem verfasste Hildegard im Jahr 1175 eine Biographie, welche übrigens das einzige Buch ist, das nicht visionär empfangen hat.